Die wichtigsten Unterschiede zwischen PADI und SSI

Die wichtigsten Unterschiede zwischen PADI und SSI

Wenn man sich für einen Tauchkurs und eine Taucherzertifizierung interessiert, trifft man irgendwann auf die beiden weltweit bekanntesten Tauchlehrer- und Ausbildungsorganisationen: PADI (Professional Association of Diving Instructors) und SSI (Scuba Schools International).

Ich bin unter anderem auch Tauchlehrer dieser beiden Verbände. Und es gibt Unmengen weiterer Tauchausbildungsorganisationen auf der Welt. Aber jetzt werden wir nur einen Blick auf diese zwei werfen.

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Zertifizierungskosten

SSI ist oft etwas günstiger, da sie in der Regel nicht darauf bestehen, dass der Schüler ein Handbuch für den Kurs kaufen muss. Allerdings muss mittlerweile jeder Schüler sein eigenes digitales Kursmaterial besitzen.

PADI besteht darauf die Materialien für den Kurs zu kaufen, unabhängig davon ob man auf der ganzen Welt reist oder zu Hause lernt. Als Nachschlagewerk nach dem Kurs soll es den Schülern helfen das Wissen zu behalten. Natürlich wird auch alles digital angeboten. Aber noch nicht alle Kurse in allen Sprachen. Bedeutet oftmals, dass man sich bei der Abreise vom Urlaubsort, doch diverse Bücher in den Rucksack packen muss.

Online Lernen

Sowohl SSI als auch PADI bieten ihren Schülern an, den theoretischen Teil des Tauchunterrichts über Online Lektionen zu beginnen. Es spart Zeit und gibt den Tauchern mehr Zeit für Unterwasser Erlebnisse.

Der Unterschied ist hierbei sowohl Geld als auch Langlebigkeit. Während das SSI Online Lernen kostenfrei ist, wird der Grundkurs bei PADI mit 138,- Euro veranschlagt. PADI bietet nach der Anmeldung an, auf das System für ein Jahr zugreifen zu können. Während man bei SSI die ganze Zeit Zugriff hat, auch nach dem Kurs. Wenn man also kein physisches Buch zum nachschlagen hat, kann man auch über die Webseite eine spätere Auffrischung machen.

Kursverlauf

In Bezug auf den tatsächlichen Kurs, vermitteln sowohl PADI als auch SSI, alle Fähigkeiten und Kenntnisse die es braucht um ein sicherer Taucher zu werden. In der Tat werden viele sagen, dass der Tauchlehrer der wichtigste Faktor in Bezug auf den Kurs ist. Wie viel man lernt und wie gut man die Fähigkeiten erlernt, die man braucht um ein guter Taucher zu werden, hängt massgeblich von dieser Person ab.

Lehrmethoden

Die Wissenschaft, Fertigkeiten und Techniken ändern sich nicht mit dem Ausbildungsverband. Aber die Methodik kann sehr unterschiedlich sein.

Als Beispiel läuft ein PADI Kurs in einer festgelegten Reihenfolge ab. Das bedeutet, ein Schüler muss zuerst die Fertigkeit A vollständig beherrschen, bevor er zur Fertigkeit B  übergeht. Fertigkeiten werden somit in einer starren Reihenfolge vermittelt. Verändert man die Reihenfolge, würde man Standards brechen.

In einem SSI Kurs kann man den Kursfluss den Schülern entsprechend verändern. Wenn ein Problem bei einer Fertigkeit auftritt, kann der Lehrer fortfahren und mit anderen Fertigkeiten das Selbstvertrauen des Schülers aufbauen, und später zur anspruchsvollen Fertigkeit zurückkehren. SSI lehrt mit einem 80/20 Ansatz. Der Ausbilder kann 20 % des Kurses an die Lerngeschwindigkeit des Schülers anpassen und damit ein Schüler orientiertes Trainingsprogramm gewährleisten.

Brevet Karten

Bei PADI müssen die Tauchbasen die Einzelheiten zur Zertifizierung per Post senden oder Online bei PADI einreichen. Man kann aber natürlich trotzdem sofort weiter tauchen, da man eine temporäre Karte die für 90 Tage gültig ist, aus Ausdruck und Email bekommt. Die echte Karte wird an die angegebene Adresse per Post geschickt. Wenn man auf einer Rucksack Tour ist, lässt man sich daher die Karte nach Hause schicken. Sollte man länger als 90 Tage unterwegs sein, kann man die Zertifizierung auf der Webseite von PADI überprüfen lassen.

SSI produziert die Zertifizierungen lokal, so dass man in den meisten Fällen die Brevetkarte direkt am Ende des Kurses in den Händen hält. Dies bedeutet, dass man sofort registriert ist und man nicht warten braucht, bis die echte Karte zu Hause ankommt. Obwohl der Druck der Karte optional ist, weil man sich alle Zertifizierungen auch auf der SSI-App anzeigen lassen kann, empfehle ich eine zu haben, falls man mal eine unzuverlässige Internetverbindung vor Ort haben sollte.

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Kursnamen

Die Namen der Kurse zwischen den beiden Verbänden sind tatsächlich unterschiedlich. Zum Beispiel entspricht der PADI Advanced Open Water nicht dem gleichem Niveau wie der SSI Advanced Open Water. Tatsächlich entspricht der PADI AOW der SSI Advanced Adventurer Qualifikation. Der SSI Advanced Open Water entspricht mehr dem PADI Master Scuba Diver.

Man muss daher vorsichtig sein, wenn man sich für Kurse anmeldet. Vor allem, wenn man bestimmte Kurse von einem Verband hat und später andere Kurse von einem anderen Verband belegen möchte.

Anerkennung

Da sich beide Verbände an die Richtlinien des WRSTC (World Recreational Scuba Training Council) halten, kann man sicher sein, dass alle Zertifizierungen von SSI und PADI auf der ganzen Welt anerkannt werden.

Karriereweg

Wenn man sich Gedanken über eine Karriere in der Tauchindustrie als Tauchlehrer macht, sollte man berücksichtigen, ob man in abgelegenen Gebieten arbeiten möchte, wo es keine etablierte Tauchbasen gibt. PADI bietet hier mehr Freiheit für Tauchlehrer selbstständig zu arbeiten und zu zertifizieren. Während SSI fordert, dass man sich einer Tauchschule anschliesst. Gezwungen zu sein, sich einer Tauchbasis anzuschliessen, kann aber auch einen Vorteil bedeuten. Die jährlichen Mitgliedsgebühren für Tauchlehrer werden bei SSI in vielen Fällen von den Tauchbasen übernommen. Die Gebühr für die PADI Mitgliedschaft beginnt bei 198,- Euro.

Fazit

Insgesamt gesehen vermitteln die Kurse beider Verbände die gleichen Informationen, weil sie die WRSTC Standards einhalten. Schließlich ist es am Ende egal, bei welcher Organisation man die Kurse belegt. Man verwendet die gleiche Art von Ausrüstung und sieht das gleiche Leben im Meer.

Viele erfahrene Taucher in der Branche werden sagen, dass es nicht wirklich wichtig ist, ob man sich für SSI oder PADI entscheidet. Die Ausbildung steht und fällt mit dem Tauchlehrer. Und am Ende vom Kurs, ist man stolzer Besitzer eines Tauchscheins und man kann überall auf der Welt tauchen.

Allzeit Gute Luft

Dein Tauchlehrer Frank